Ein gefiederter Neuzugang an der EVSEK

Die EVSEKMD hat Zuwachs bekommen – und zwar einen ganz besonderen.Vor wenigen Tagen wurde von unserem Kollegen Herrn Stappenbeck vor seinem Zuhause ein Vogelküken entdeckt. Nach längerer Beobachtung, bei der der kleine Vogel unermüdlich nach seinen Eltern rief, war klar: Er braucht Hilfe. So wurde er kurzerhand mit in die Schule gebracht – zu diesem Zeitpunkt bereits geschwächt und erschöpft. Versuche, den Tierschutz zu erreichen, blieben zunächst erfolglos.

Gottlob aber sind wir voller Ressourcen: Frau Lauschke, erfahrene Spatzenziehmutter, wusste, wie man füttert. Zwei Distelfalter haben auf Frau Grotes Schreibtisch bereitwillig und rechtzeitig ihr Leben gelassen, der Bioraum hat einen ausreichenden Vorrat an Pinzetten und Pipetten und so haben wir ihm die erste Mahlzeit verabreicht - nach fast einem Tag waren schillernde Schmetterlinge vielleicht etwas groß, aber sicher genau richtig. Getrunken hat er auch. Und dann wieder ab ins Erdbeerkartonnest, Deckel drauf. 

Keine halbe Stunde später meldet er sich wieder, 'Der kleine Muck' und wir unternehmen die erfolgreiche zweite Fütterung. Dieses Mal war es Frau Bentz, die gefriergetrocknete Mehlwürmer auf dem Schreibtisch hatte. Rein damit, Wasser hinterher, schlafen. 

Wie nach der Uhr eine halbe Stunde später das gleiche Prozedere. Und noch einmal und noch einmal. Und, wie es sich für frischgebackene Eltern gehört: Ein Jubel ob des ersten Vogelkots nach der dritten Fütterung: Der kleine Muck verträgt und verdaut also, was wir ihm vorsetzen :D

Jetzt wohnt er bei Frau Hohmann hinter verschlossener Tür (sehr zur Enttäuschung der dort wohnenden Katze, aber glücklichweise ist ihr Gedächtnis diesbezüglich kurz) und reagiert schon seit gestern auf das menschengemachte Tschilpen. Er bekommt Mehlwürmer (die die Hofamseln undankbarer Weise verschmähten), Johannisbeeren und den Fettfutteranteil von Meisenknödeln. Besuch kriegt er von den rasanten Mauerseglern. 

Da er bislang im Erdbeerkartonnest sitzt aber dabei ist, die ersten Ausflüge zu unternehmen, brauchen wir eigentlich einen schön geräumigen Vogelbauer. - Gibt es da einen unter uns, der so etwas hat?  - gerne Bescheid geben! 

Heute Nachmittag wird noch Lebensfutter eingekauft. Es ist nämlich so, dass die Küken das Jagen und Zerreißen üben müssen, wenn eine anschließende Auswilderung funktionieren soll. Das wäre das große Ziel mit Zwischenstation bei unseren Schulhühnern. Er braucht wohl außerdem Probiotoka für die gesunde Darmflora (Lactobazillen - ich versuch das mit Joghurt-Mehlwurm), Kalk für die Knochenbildung (= Schneckenhäuser), B-Vitamine und eine Reihe anderer Spurenelemente für die gesunde Entwicklung von Nervensystem, Organen, Knochen und Muskeln (ist bestellt). 

Oh, und inzwischen ist klar: es ist ein Hausrotschwanz (ziemlich sicher), damit Insektenfresser und Singvogel. Ihm wird jetzt immer mal Hausrotschwanzgesang vorgespielt, damit sich seine Stimme und Prägung natürlich bildet. (Singvögel sind nämlich wirklich erstaunlich und neben uns, Mäusen und Walen die einzigen Tiere, die ihre Laute nur von den Adulten erlernen. Wenn sie diese Vorbilder nicht haben, entwickelt sich ein deformierter Gesang und das ist das Ausschlusskriterium bei der Partnerwahl.) An der erfolgreichen Bestimmung war Frau Sieber beteiligt. Sie fand auch einige andere Informationen heraus - Der kleine Muck. Ein echtes EVSEKMD-Gemeinschaftswerk.